MODUL 2: Konstruktion

Verwendete Materialien

- Bleistift HB: Wichtig ist, dass man nicht zu stark aufdrückt beim Zeichnen. Damit man sehr leicht mit dem Knetradiergummi die Linien wegstreichen kann. Der Anfängliche Prozess ist der des ständigen Anpassens, deshalb bitte nicht schon am Anfang Löcher in das Papier radieren. ;)


- Knetradiergummi: Mit dem Knetradiergummi streichen wir die Striche weg ohne das Papier zu beschädigen. Falls der Knetradiergummi nicht ausreicht weiß man, dass man zu stark mit dem Bleistift aufgedrückt hat.

- Getöntes Papier 27,9 cm x 35,6 cm: Dies ist wohl die kleinste Blattgröße, die ich für dieses Portrait empfehlen würde. A4 wäre zu klein. Ein größeres Blatt geht natürlich immer. 

Video 1: Komposition mit Umrisslinien

Anfangs ist es wichtig die Position des Portraits auf dem Papier zu definieren. So riskieren wir später nicht, dass das Portrait unpassend auf dem Blatt positioniert ist. 

Hier ist es wichtig sehr genau auf die Umrisslinien des Models zu schauen.

Video 2: Positionierung der Augen, Nase und des Mundes

Hinweise zum Abmessen

Wir messen grundsätzlich zwei Sachen: Abstände und Winkel. 


Wir vergleichen Abstände, um Verhältnisse herauszufinden. Wenn wir ein Verhältnis haben, können wir dieses auf unsere Zeichnung übertragen. Unsere Zeichnung hat nicht die exakt gleiche Größe wie das Model oder die Vorlage, die wir verwenden. Um diese Verhältnisse zu messen ist es wichtig einen ausgestreckten Arm zu haben. Oder zumindest eine starre Armposition. Die Armlänge darf sich nicht verändern beim Abmessen von Abständen, sonst misst man falsche Abstände. (Im Video ist mein Arm nie ganz ausgestreckt, wegen Platzmangel durch Kamera und Mikro. Ich achte jedoch besonders darauf, dass mein Armwinkel gleich bleibt während des Abmessen.)

Beim Abmessen der Winkel ist das Ausstrecken des Arms nicht wichtig. Da kann man den Arm halten wie man möchte. Für alle, die Probleme haben Winkel einzuschätzen, versucht an eine Uhr zu denken. Der Stift zeigt dann eine bestimmte Uhrzeit an, die man dann auch auf seine Zeichnung überträgt.

Schreib gerne Feedback oder hinterlasse eine Anregung. Danke! :)

Ich tue mein Bestes, möglichst gute Kursvideos zu erstellen, die dir helfen und Spaß machen. Hilf mir und anderen Teilnehmern durch dein Feedback, dieses Gesichter-Zeichnen-Erlebnis noch großartiger zu machen :) 

4 Kommentare

  • Vielen Dank Maxim fuer deine ausführliche Erklärung. Du hast mir sehr weiter geholfen. Ich habe den Eindruck, dass Menschen, die schon lange intuitiv zeichnen, sich mit der Loomis Methode schwer tun. Aber Anfaenger mit etwas technischem Verständnis erzielen schnell Erfolge. Ich probier heute nochmal die Dreieck Methode. Bei der Dreieck Methode fehlen mir die Seitenflächen vom Kopf bzw die hintere Gesichtsflaechen. Hast du da einen Tipp fuer mich, welche Marker ich da setzen kann? LG Heidi
  • Dann mache ich ein zusätzliches Video dazu, hatte das eh im Hinterkopf gehabt. :)

  • Hallo Maxim,
    die Marker die du gesetzt haben sind sehr hilfreich.
    Zu den Konstruieren der Umrisslinien habe ich noch Fragen.
    Das Einzeichen der Diagonalen ( höchster Punkt vom Kopf-Kinnstitze).
    Für mich ist das sehr wichtig, es ist die Grundlage für das Zeichnen nach Modell.
    Ich stolper über die Diagonale. Du hattest mir in dem Feedback erklärt, das es die breiteste Fläche des Gesichtes beschreibt. Dazu hast du ein Gesicht von vorne gezeichnet. Da ist mir die Überlegung auch klar. Aber diese Diagonale beschreibt weder die Längenverhälnisse noch die Breitenverhälnisse. Ich versteh das leider nicht. . Eine Achse ist es auch nicht, denn die geht senkrecht durch den Kopf. Was zeigt mir diese Linie an ? Brauche ich sie zum bestimmen von weiteren Abständen. Bisher habe ich immer nach der Loomis Methode konstruiert. Da habe ich einen dreidimensionale Vorstellung vom Kopf. Mit den Umrisslinien bin ich zweidimensional, kann dafür aber die Abstände und Größen gut bestimmen.
    Gibt es irgendwie eine Vorgehensweise miteinander zu verbinden ?
    Und noch eine Frage:
    Wenn du ausmisst, überträgst du die Maße 1:1 auf das Blatt ? Oder ist es so das du umrechnest ? oder misst du nur im allgemeinen aus um die Proportionen zu berprüfen ?
    Ich sehe das Portrait auf dem Bildschirm. Ich sitze ca 50 cm davon entfert. Ich strecke den Arm aus und kneife ein Auge zu. Jedoch ist es mir nicht möglich immer exakt den gleichen Abstand beizubehalten. Gibt es einen Trick dafür ?

  • Hey Heidi,

    die Diagonale zwischen dem höchsten Punkt und der Mitte des Kinns hat eigentlich nur den Zweck irgendwo anzufangen und sich dann Punkt für Punkt vorzuarbeiten. Der höchste Punkt des Kopfes zeigt uns die höchste Stelle im Porträt an, was praktisch zu wissen ist. Der zweite Punkt, die Mitte des Kinns, ist unser Ausgangspunkt um die Mitte des Gesichtes zu finden. Mit diesen beiden Punkten haben wir super wichtige Bereiche im Porträt definiert.

    Die zwei Punkte verbinden wir damit wir Dreiecke bilden können. Von diesen beiden Punkten aus suchen wir z.B. den äussersten linken Punkt und den rechten. So haben wir 2 Dreiecke gemacht. Die Dreiecks-Methode (Engl. Triangulation Method for Drawing) ist eine sehr praktische Methode Winkel und Abstände zu sehen und zu definieren. Ich finde dazu nichts auf Deutsch, aber im englischen Sprachraum ist diese Methode recht gebräuchlich.

    Die Dreiecks-Methode ist, finde ich, sehr gut für Anfänger geeignet. Deshalb habe ich sie für diesen Kurs gewählt. Auch ich habe schnelle Erfolge mit dieser Methode erzielt. Aber diese Methode fördert auch das zweidimensionale Denken, man muss aufpassen, dass man diese Methode und die Gitter-Methode nicht zu übermäßig verwendet. Deshalb habe ich Übungen für das 3-dimensionale Verständnis eingebaut. Damit man schnelle Erfolge beim Zeichnen erzielt, aber auch das fortgeschrittene 3-dimensionale Denken trainiert.

    Loomis-Methode oder auch die Reilly-Methode habe ich ebenfalls länger probiert. Finde sie aber nicht so optimal für Anfänger und fortgeschrittene Anfänger. Man verbraucht dann schon recht lange nur für die Konstruktion. Ich müsste seeeeehr viel erklären. Teilnehmer konzentrieren sich nur auf das Konstruieren und haben oft gar keine Kraft mehr das eigentliche Porträt zu zeichnen. Für diese beiden Methoden muss man schon recht fortgeschritten sein, finde ich. Die Dreiecks-Methode übt besonders das Abmessen und das Sehen von Winkeln. Was allgemein wichtig ist für das Zeichnen.

    Natürlich kannst du die Konstruktions-Methode nehmen, die du magst. Sie alle führen zum selben Ziel. Früher oder später solltest du eh deine eigene Methode für dich entwickeln. Diese kann ein Mix aus verschiedenen Methoden sein. Eine Methode reicht auch nicht für alle Porträts aus, man muss die Methoden eh immer etwas angepasst an jedes Porträt nehmen.

    Beim Abmessen wendel ich die Verhältnisse auf mein Porträt um. Ich übernehme nichts 1:1. Bei mir ändert sich der Abstand zu meinem Referenz-Bild oft beim Aufnehmen. Es geht immer nur um Verhältnisse. Da es nur um Verhältnisse geht, ist es egal wie nah oder weit man von der Referenz sitzt. Und ob man den Abstand ständig ändert.

    Hoffe das hilft! :)

    Grüßle, Maxim

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