
Wie du ein Gesicht überhaupt aufbaust – in jeder Ansicht, in jedem Stil





Kennst du das? Du zeichnest ein Gesicht, und irgendwas stimmt nicht. Du siehst es sofort. Du kannst nur nicht sagen, was es ist.
Das ist der häufigste Satz, den ich in 17 Jahren Unterricht gehört habe. Und fast immer liegt es nicht am Talent, sondern daran, dass unter der Zeichnung kein Gerüst steckt. Augen, Nase und Mund sitzen einzeln ganz gut – aber sie sitzen nicht zusammen auf einem Kopf.
Nun, genau darum geht es auf dieser Seite. Nicht darum, eine bestimmte Person zu treffen – das ist der nächste Schritt und ein ganz anderer. Hier geht es erstmal darum, dass du überhaupt ein Gesicht zeichnen kannst. Von vorne, von der Seite, schräg von oben. Sicher, wiederholbar, ohne Raten.
Das funktioniert für jeden Stil. Ob du Manga zeichnest, Comic, Concept Art oder realistisch – ein Kopf ist ein Kopf.

Es gibt zwei Lager. Die einen sagen: lern erst die Konstruktion. Die anderen sagen: Konstruktion macht alle Gesichter gleich, zeichne lieber, was du siehst.
Beide haben recht – nur zu unterschiedlichen Zeitpunkten.
Am Anfang brauchst du Konstruktion. Ohne sie zeichnest du schiefe Gesichter und weißt nicht warum. Du kannst nichts korrigieren, weil du keinen Bezugspunkt hast. Das ist frustrierend, und daran geben die meisten auf.
Das Problem entsteht erst später: Wer ein Konstruktionsmodell lernt, zeichnet danach immer dasselbe Gesicht. Denn eine Konstruktions-Methode, kann nicht jedes Gesicht abbilden. Um unterschiedliche Gesichter zeichnen zu können, kommt man nicht drum rum, sich von der Konstruktions-Methode zu lösen und sein bewusstes Sehen zu trainieren.
Die komplexen Systeme wie Reilly oder Loomis sind immer wieder nützlich, solange du diese nicht als etwas Starres siehst, sondern eine Orientierung. Dein Hauptkönnen sollte nicht im Konstruieren, sondern in Anatomie, Struktur und Charakter liegen.

Bevor du irgendetwas ins Gesicht zeichnest, brauchst du die Landkarte und grundsätzliche Orientierungspunkte, um ein "hübsches" Gesicht zu zeichnen:
Das sind Richtwerte, keine Gesetze. Sie geben dir einen Startpunkt, von dem aus du abweichen kannst – und das ist genau der Punkt. Ohne Startpunkt weißt du nicht, ob du gerade abweichst oder dich irrst.

Das ist der Teil, den du sonst nirgends findest, und er löst genau das Problem, dass alle Gesichter gleich aussehen.
Statt eines Standardkopfes arbeite ich mit drei Grundformen:
Ms Dreieck – schmales Kinn, breitere Stirn, spitz zulaufend. Wirkt jugendlich, wach, oft weiblich gelesen.
Mr Kreis – runde Wangen, weiche Übergänge, kaum Kanten. Wirkt freundlich, weich, jünger.
Mr Quader – breiter Kiefer, kantige Übergänge, gerade Linien. Wirkt massiv, ernst, kräftig.
Warum drei? Weil du damit von der ersten Übung an bewusst entscheidest, was für ein Mensch da entsteht. Du zeichnest nicht „ein Gesicht", sondern diesen Typ. Und wenn du die drei mischst – rundes Kinn, kantige Stirn – hast du bereits unendlich viele Varianten, ohne ein einziges kompliziertes System gelernt zu haben.
Nebeneffekt: Du fängst an, echte Menschen so zu sehen. Beim Bahnfahren, im Café. Das ist die eigentliche Übung, und sie kostet nichts.

Erst wenn das Gerüst steht, kommen die Einzelteile. In dieser Reihenfolge:
Augen erzeugen Ausdruck – deshalb fangen alle damit an, und deshalb scheitern alle daran. Augen sind auch das Erste worauf man in einem Gesicht schaut. Deshalb ist es besonders Wichtig die Augen lebendig zu zeichnen.
Die Nase ist kein Umriss, sondern ein Volumen. Sie hat eine Oberseite, zwei Seitenflächen und eine Unterseite. Wer sie als Linie sieht, bekommt sie nie plastisch.
Der Mund ist nicht einfach nur ein Strich sondern eine lebendige Linie. Meist in Form eines Vogels. Damit die Lippen nicht so aufgeklebt aussehen ist es wichtig die Linien für Oberlippe und Unterlippe dünn zu zeichnen und nichtmit den Mundwinkeln zu verbinden.
Ohren werden unterschätzt und oft immer gleich gezeichnet. Dabei hat jede Person einzigartige Ohren. Mit meiner 9-Methode kannst du ganz einfach ein standardmäßiges Ohr zeichnen.
Zum Vertiefen:
→ Augen zeichnen lernen
→ Nase zeichnen lernen
→ Mund und Lippen zeichnen
→ Ohren zeichnen

Hier trennt sich, wer wirklich zeichnen kann, von wem, der ein Gesicht auswendig gelernt hat.
Die meisten üben monatelang die Frontalansicht – und stehen dann hilflos da, sobald der Kopf sich dreht. Dabei ist genau das der Normalfall: In fast jeder Illustration, jedem Comic, jedem Porträt schaut niemand direkt geradeaus.
Die 3/4-Ansicht ist die wichtigste und die schwierigste. Der Schlüssel: Die Mittellinie des Gesichts läuft nicht gerade, sondern wölbt sich über die Form. Die abgewandte Gesichtshälfte wird schmaler, das abgewandte Auge kleiner – aber es liegt weiterhin auf derselben Augenlinie.
Von oben und von unten ändert sich alles: Die Augenlinie ist keine gerade Linie mehr, sondern eine Ellipse. Genau wie der Mund, die Nasenbasis und die Haaransatzlinie.
Wenn du eine Sache aus diesem Abschnitt mitnimmst: Übe jedes neue Gesicht einmal in jeder Ansicht, nicht fünfmal frontal.


Bevor du irgendetwas ins Gesicht zeichnest, brauchst du die Landkarte und grundsätzliche Orientierungspunkte, um ein "hübsches" Gesicht zu zeichnen:
Das sind Richtwerte, keine Gesetze. Sie geben dir einen Startpunkt, von dem aus du abweichen kannst – und das ist genau der Punkt. Ohne Startpunkt weißt du nicht, ob du gerade abweichst oder dich irrst.

Das ist der Teil, den du sonst nirgends findest, und er löst genau das Problem, dass alle Gesichter gleich aussehen.
Statt eines Standardkopfes arbeite ich mit drei Grundformen:
Ms Dreieck – schmales Kinn, breitere Stirn, spitz zulaufend. Wirkt jugendlich, wach, oft weiblich gelesen.
Mr Kreis – runde Wangen, weiche Übergänge, kaum Kanten. Wirkt freundlich, weich, jünger.
Mr Quader – breiter Kiefer, kantige Übergänge, gerade Linien. Wirkt massiv, ernst, kräftig.
Warum drei? Weil du damit von der ersten Übung an bewusst entscheidest, was für ein Mensch da entsteht. Du zeichnest nicht „ein Gesicht", sondern diesen Typ. Und wenn du die drei mischst – rundes Kinn, kantige Stirn – hast du bereits unendlich viele Varianten, ohne ein einziges kompliziertes System gelernt zu haben.
Nebeneffekt: Du fängst an, echte Menschen so zu sehen. Beim Bahnfahren, im Café. Das ist die eigentliche Übung, und sie kostet nichts.

Erst wenn das Gerüst steht, kommen die Einzelteile. In dieser Reihenfolge:
Augen erzeugen Ausdruck – deshalb fangen alle damit an, und deshalb scheitern alle daran. Augen sind auch das Erste worauf man in einem Gesicht schaut. Deshalb ist es besonders Wichtig die Augen lebendig zu zeichnen.
Die Nase ist kein Umriss, sondern ein Volumen. Sie hat eine Oberseite, zwei Seitenflächen und eine Unterseite. Wer sie als Linie sieht, bekommt sie nie plastisch.
Der Mund ist nicht einfach nur ein Strich sondern eine lebendige Linie. Meist in Form eines Vogels. Damit die Lippen nicht so aufgeklebt aussehen ist es wichtig die Linien für Oberlippe und Unterlippe dünn zu zeichnen und nichtmit den Mundwinkeln zu verbinden.
Ohren werden unterschätzt und oft immer gleich gezeichnet. Dabei hat jede Person einzigartige Ohren. Mit meiner 9-Methode kannst du ganz einfach ein standardmäßiges Ohr zeichnen.
Zum Vertiefen:
→ Augen zeichnen lernen
→ Nase zeichnen lernen
→ Mund und Lippen zeichnen
→ Ohren zeichnen

Hier trennt sich, wer wirklich zeichnen kann, von wem, der ein Gesicht auswendig gelernt hat.
Die meisten üben monatelang die Frontalansicht – und stehen dann hilflos da, sobald der Kopf sich dreht. Dabei ist genau das der Normalfall: In fast jeder Illustration, jedem Comic, jedem Porträt schaut niemand direkt geradeaus.
Die 3/4-Ansicht ist die wichtigste und die schwierigste. Der Schlüssel: Die Mittellinie des Gesichts läuft nicht gerade, sondern wölbt sich über die Form. Die abgewandte Gesichtshälfte wird schmaler, das abgewandte Auge kleiner – aber es liegt weiterhin auf derselben Augenlinie.
Von oben und von unten ändert sich alles: Die Augenlinie ist keine gerade Linie mehr, sondern eine Ellipse. Genau wie der Mund, die Nasenbasis und die Haaransatzlinie.
Wenn du eine Sache aus diesem Abschnitt mitnimmst: Übe jedes neue Gesicht einmal in jeder Ansicht, nicht fünfmal frontal.

Später sinnvoll:
Mein Tipp: Fang traditionell auf Papier an. Das schult das Auge und die Handkontrolle viel besser als ein digitales Tablet. Ich selbst habe Jahre auf Papier gezeichnet, bevor ich digital gewechselt bin.


Der richtige Lernweg: Schritt für Schritt Manga zeichnen lernen
Das größte Problem beim selbstständigen Lernen: Man springt zwischen YouTube-Tutorials hin und her, ohne einen roten Faden. Das kostet Jahre. Hier ist der Weg, den ich meinen Kursteilnehmern empfehle:
Klingt nach viel? Ist es nicht – wenn du strukturiert vorgehst. Meine Kursteilnehmer sehen in den ersten zwei Wochen Fortschritte, die sie ohne Struktur niemals in dieser Zeit geschafft hätten.
→ Alle Kurse der Manga-Zeichenschule findest du hier

Manga zeichnen lernen ist für alle geeignet – wirklich. Einige häufige Fragen:
Kinder ab 6 Jahren: Ja, absolut. Der Manga-Stil ist ideal für Kinder, weil die übertriebenen Proportionen keine exakte Genauigkeit erfordern. Mein Beginner-Kurs ab 6 Jahren ist speziell für dieses Alter aufgebaut.
Kleinkinder mit Eltern: Sogar ab 2 Jahren ist gemeinsames Zeichnen möglich – und unglaublich wertvoll für die Motorik und Kreativität. Dafür habe ich einen eigenen Eltern & Kids Kurs entwickelt.
Erwachsene ohne Vorkenntnisse: Ich selbst habe erst mit 24 ernsthaft angefangen. Das Alter spielt keine Rolle – der Einstieg ist immer möglich.
Fortgeschrittene: Wer schon zeichnet, aber keinen eigenen Stil hat oder an der Anatomie scheitert, profitiert enorm von einem strukturierten Kurs.

Nach 17 Jahren Unterricht kenne ich sie alle. Die fünf häufigsten:


Ja, absolut. Manga zeichnen lernen ist auch ohne Vorkenntnisse möglich. Wichtig ist ein strukturierter Lernweg: erst einfache Formen und Proportionen, dann Gesichter und Augen, später Körper und Hintergründe. Meine Kurse sind speziell für Anfänger ohne Vorkenntnisse aufgebaut.
Für den Start reichen Bleistift, ein Radiergummi, ein Fineliner (z.B. Staedtler Pigment Liner 0,3mm) und normales Skizzenpapier. Ein Grafiktablett ist erst später sinnvoll.
Mit strukturiertem Üben (30–60 Min. täglich) sieht man nach 2–4 Wochen erste klare Fortschritte. Nach 3–6 Monaten regelmäßigen Übens kann man erkennbare Manga-Figuren zeichnen. Entscheidend ist nicht die Menge der Zeit, sondern die Qualität des Übens.
Manga ist der gezeichnete Comic (meist schwarz-weiß, auf Papier). Anime ist die animierte Verfilmung eines Mangas. Zeichnerisch sind die Stile sehr ähnlich – wer Manga zeichnen lernt, kann denselben Stil auch für Anime-Figuren nutzen.
Ja. Auf maximko.de biete ich strukturierte Online-Manga-Zeichenkurse auf Deutsch an – für Kinder ab 2 Jahren (mit Eltern), Anfänger ab 6 Jahren und Fortgeschrittene. Alle Kurse beinhalten Video-Lektionen, Schritt-für-Schritt-Anleitungen und regelmäßiges Live-Training. → Zur Kursübersicht
Die wichtigsten Grundlagen in der richtigen Reihenfolge: Linien und einfache Formen → Kopfproportionen → Augen und Gesichtsausdruck → Haare → Körperproportionen → Hände → Kleidung und Falten → Hintergründe und Perspektive.
→ Kostenlos starten: Manga-Starterkit (PDF) herunterladen
