Manga lebt von Emotionen â und diese spielen sich fast ausschlieĂlich im Gesicht ab. Wenn die Mimik leer wirkt, verliert die beste Story ihren Reiz. Als Profi-PortrĂ€tzeichner habe ich tausende Gesichter unter Zeitdruck gezeichnet. In dieser Anleitung zeige ich dir das System hinter ausdrucksstarken Anime-Charakteren.
Warum das Gesicht das Herz deines Mangas ist
Unser Blick geht immer zuerst ins Gesicht. Ob Emotionen, innere Konflikte oder Sympathie â kleine Details wie ein Mundwinkel entscheiden darĂŒber, ob ein Leser mitfĂŒhlt oder wegsieht.
Manga ist dabei kein starrer Stil, sondern eine riesige Welt von extrem realistisch bis stark vereinfacht. Doch eines verbindet sie alle: Das VerstÀndnis der anatomischen Grundlagen.
Schritt fĂŒr Schritt: Einzelne Gesichtsbestandteile meistern
Bevor wir den gesamten Kopf konstruieren, schauen wir uns die Bausteine an: Augen, Nase, Mund, Ohren und Haare.
Wichtig: Lerne diese zuerst in den Standardansichten (vorne, seite, 3/4). Perspektive ist im Kern "nur" eine Verzerrung dieser Ansichten. Wenn die Basis sitzt, folgt der Rest von ganz allein.
Legen wir los!
Der Flow-Faktor: Haare lebendig zeichnen
Einer der hĂ€ufigsten Fehler beim Zeichnen von Manga-Haaren ist es, zu frĂŒh in Details zu denken. Wenn du jede einzelne HaarstrĂ€hne sofort zeichnest, wirkt die Frisur schnell wie "Stroh" oder Draht. Siehe Haare nicht als einzelne StrĂ€hnen sondern als ein Gesamtgeflecht. Die Ă€ussere Form der Frisur ist am wichtigsten und sollte eine dicke Linie haben.
Achte ausserdem darauf: Die Manga Frisuren brauchen Abstand zum Kopf, sie verschmelzen nicht mit der Kopfhaut. Gib der Frisur Luftigkeit und Volumen.
Mein 5-Schritte-Haare-Tutorial:
- Wenn du Haare zeichnest, dann stelle dir vor wo sie anfangen und wohin sie gehen. In genau dieser Reihenfolge ziehst du auch deine Striche. In diesem Fall teilt sich die Frisur oben am Kopf, deshalb flieĂen die einen StrĂ€hnen nach links weg und die anderen StrĂ€hnen nach rechts.
- Zeichne erstmal StrĂ€hnenverbund, als wĂ€re es lĂ€ngliches Papier, das im Wind flattert. Ăbe die Verdrehungen, die entstehen. StrĂ€hnen ĂŒberlappen sich.
- Gib als nÀchstes den "Papier-StrÀhen" haarige Enden, indem du das Ende in kleine StrÀhnchen aufteilst. Wichtig: Die StrÀhnchen zeigen nicht alle in die gleiche Richtung sondern flattern wild umher.
- Nun zeichnest du mit dĂŒnnen Linien fine StrĂ€hnen in die groben Formen, die vorbereitet haben, ein. Das Zusammenspiel aus dicker Linie und dĂŒnner Linie ist wichtig!
- Nun kannst du super die Outlines kolorieren. Ich habe den Haaren erstmal eine Basis-Dunkelheit gegeben und an verschiedenen Stellen Lichtreflexe eingebaut.
Maxims Tipp: Zeichne die Linien aus dem ganzen Arm heraus, nicht nur aus dem Handgelenk. Nur so bekommst du diesen langen, eleganten Schwung, den man aus Profi-Anime kennt.
Ohren zeichnen: Der â9er-Trickâ fĂŒr die Konstruktion
Das Ohr wirkt oft kompliziert, lĂ€sst sich aber mit einem einfachen Trick auf vier Grundformen reduzieren. Die Basis fĂŒr jeden Manga-Stil ist auch hier die reale Anatomie.
In 4 Schritten zum perfekten Ohr:
- Die Form (Die 9): Skizziere eine â9â. Sie bildet den perfekten Rahmen fĂŒr die Ă€uĂere Form des Ohrs.
- Die Helix: Zeichne den Ă€uĂeren Rand (Helix) ein, der dem Ohr seine StabilitĂ€t gibt.
- Der Ohrdeckel (Tragus): Dieser kleine Vorsprung schĂŒtzt den Gehörgang und ist essenziell fĂŒr die Tiefe.
- Die Antihelix: VervollstÀndige das Innenleben mit der Y-förmigen Antihelix, um das Ohr dreidimensional wirken zu lassen.

Du willst noch tiefer in die Anatomie eintauchen? In meinem PortrĂ€t-Guide erklĂ€re ich dir, wie du [charakterstarke Ohren zeichnen] kannst, um deinen Figuren noch mehr IndividualitĂ€t zu verleihen â egal in welchem Stil.
Tutorial: Manga Augen zeichnen lernen
FĂŒr Manga Augen zeichnen habe ich einen komplett eigenen Blog-Eintrag gemacht:
đïž Das Tor zur Seele: Manga Augen
Augen sind das wichtigste Merkmal in jedem Manga-Gesicht. Da dieses Thema so umfangreich ist, habe ich ihm einen komplett eigenen, gigantischen Guide gewidmet.
Lerne dort alles ĂŒber Pupillen, Lichtreflexe und Emotionen:
đ Zum ultimativen Manga-Augen Guide
Mund & Lippen: Mehr als nur ein Strich
Im Manga wird der Mund oft auf eine einzige Linie reduziert. Doch damit diese Linie ârichtigâ sitzt, musst du das Volumen der Lippen darunter verstehen â besonders, wenn sich das Gesicht dreht.
Mund von vorne (3 Schritte):
- Die Basislinie: Wir definieren die Breite und die Mundwinkel. Mich erinnert diese Form an einen fliegenden Vogel in der Ferne.
- Die Lippen-Andeutung: Oberlippe nur eine dĂŒnne Linie und fĂŒr die Unterlippe ruhig eine dickere Linie verwenden, um gleichzeitig etwas Schatten anzudeuten.
- Das Finish: Glanzpunkt, das Philtrum und eine Linie fĂŒr das Kinn. Schon etwas zu realistisch fĂŒr Manga, aber weglassen kann man immer. ;)
Mund von der Seite / Profil (4 Schritte):
- Das ist die eigentliche Herausforderung! Im Profil ist der Mund kein gerader Strich.
- Die Treppe: Die Oberlippe steht meist etwas weiter vor als die Unterlippe.
- Die Einbuchtung: Achte auf den Winkel zwischen Nase, Lippen und Kinn (die sogenannte E-Linie).
- Die Mundspalte: Sie verlÀuft leicht schrÀg nach hinten in das Gesicht hinein.
Maxims Tipp: Zeichne den Mund im Manga nie als geschlossenen âKastenâ. Lass die Linien atmen. Oft wirkt ein Mund viel natĂŒrlicher, wenn die Linie in der Mitte oder zu den Winkeln hin dĂŒnner wird oder ganz verschwindet.
đ [Zum Deep-Dive: Mund und Lippen zeichnen lernen]
Die Nase: Der unterschÀtzte Anker im Gesicht
Viele AnfÀnger haben Probleme mit der Nase: Entweder sie wirkt wie ein Fremdkörper oder sie verschwindet komplett. Dabei ist das Prinzip dahinter erstaunlich simpel, wenn man die realistische Basis versteht.
Wie du in meiner Grafik siehst, unterscheiden sich die Nasen optisch massiv â von einem winzigen Punkt bis hin zur markanten Seinen-Nase. Doch sie alle nutzen denselben âCheat-Codeâ:
- Die Nasenlinie: Sie definiert den NasenrĂŒcken oder die Nasenspitze.
- Die Schattenkante: Erst durch den Schatten (meist unter der Nase oder an der Seite) weiĂ unser Auge, dass die Nase aus dem Gesicht âherausragtâ.
- Von Real zu Manga: Die realistischste Nase in der Grafik (links oben) ist dein Lehrer. Wenn du verstehst, wie das Licht auf eine echte Nase fĂ€llt, kannst du entscheiden, welche Linien du fĂŒr einen minimalistischen Manga-Look weglĂ€sst und welche du behĂ€ltst.
Maxims Tipp: Zeichne die Nase im Manga-Stil lieber etwas zu dezent als zu dominant. Im Zweifel reicht oft ein kleiner Schattenwurf an der Unterseite aus, um dem Gesicht sofort die nötige DreidimensionalitĂ€t zu geben. Charaktere mit kleinen Nasen wirken sĂŒĂer, wĂ€hrend Charaktere mit einer markanten Nase mit einem deutlichen NasenrĂŒcken eher strenger und erwachsener wirken.
Die Nase definiert den Charakter. Wenn du lernen willst, wie du von der anatomisch korrekten Nase zur perfekten Manga-Vereinfachung gelangst, schau dir meinen Deep-Dive zum Thema [Nasen zeichnen lernen] an.
Manga Gesichter zeichnen: Die Unterschiede zwischen Chibi, Shojo und Seinen
1. Chibi Gesichter: Minimalismus mit groĂer Wirkung
- Schritt 1 & 2: Wir nutzen die Kreis-Methode. Die Augenbrauen liegen auf der HÀlfte, die Augen im mittleren Drittel der unteren HÀlfte, die Nase auf Höhe der unteren Lider. Denkt an den Abstand: Ein Auge passt genau zwischen die Augen! Der Mund eher nÀher zur Nase als zum Kinn.
- Schritt 3 & 4: Die Kieferlinie wird leicht eckig, der Hals schmal und organisch. Ohren liegen etwas unter den Augen. Die Haare beginnen wir am Scheitelpunkt des Kreises â so bekommt die Frisur natĂŒrliches Volumen. Achte bei Haaren stets auf gebogene, flieĂende Linien.
- Schritt 5 & 6: Jetzt wird es dreidimensional! Dicke AuĂenlinien (Outlines) fĂŒr die Form, dĂŒnne Linien fĂŒr die HaarstrĂ€hnen. Mal die Haare in Farbe oder grau aus und gib ihnen einen unterbrochenen Lichtring. Schatten im leichten Grau unterhalb der HaarstrĂ€hnen, unterhalb des oberen Augenlids und unterhalb des Kinns. Fertig! ^^
Shojo-MĂ€dchen (Profil-Ansicht) in 14 Schritten
- Schritt 1: Basiskonstruktion mit einem Kreis und die Einteilung der Proportionen. Beachte: Deine Zeichnung des Kreises muss keinesfalls perfekt sein! Ich hab das am Ipad gezeichnet und habs nur perfekt wegen dem Vorzeigen gezeichnet. Aber auch ich zeichne wabbelige Kreise und das reicht völlig aus. :)
- Schritt 2: Zeichne erstmal die Umrisslinien des Gesichtes im Profil. Beachte wo die Nase anfĂ€ngt! Lass dem Charakter gaaaanz viel Stirn, damit sie sĂŒĂ aussieht. Die Nase steht etwas weiter hervor als die obere Lippe und die untere Lippe und das Kinn ist noch ein StĂŒckchen weiter hinten bzw. links.
- Schritt 3: Nun kommt das Auge von der Seite. Beachte, dass die Iris und die Pupille stark gestaucht sind. Die Position des Auges ist etwas nÀher zur Nase als zur senkrechten Mittellinie des Kreises. Mund und Nasenloch kannst du auch andeuten.
- Schritt 4: Das Ohr liegt auf der Höhe des Auges und setzt an der senkrechten Mittellinie des Kreises an.
- Schritt 5: Hals und Schultern - beachte dass die RĂŒckenlinie relativ gerade nach unten verlĂ€uft, wĂ€hrend die Brustlinie nach aussen geht.
- Schritt 6: Zeichne die Aussenlinie der Frisur ein, beachte, dass die Haare etwas Abstand zum nackten SchÀdel haben. Haare haben ja eine gewisse Dicke und sollen nicht an der Haut kleben. ;)
- Schritt 7 & 8: Zeichne die restlichen StrĂ€hnen ein, die ĂŒber dem Gesicht liegen. Achte stets auf lebendige und flieĂende Linien damit die Haare natĂŒrlich aussehen.
- Schritt 9: FĂŒge nun ganz dĂŒnne StrĂ€hnchen ein, die auch ausserhalb der Frisur-Form rumflattern. Dieser Wechsel aus dicken und dĂŒnnen Linien bringt super viel Tiefe und Lebendigkeit in die Zeichnung.
- Schritt 10: FĂŒge Schatten entlang der StrĂ€hnenlinien ein, unterhalb der StrĂ€hnen auf dem Gesicht und unter dem Kinn. Dadurch kommt bereits viel 3-DimensionalitĂ€t.
- Schritt 11: Die Schatten liegen auf einer oberen Ebene und addieren sich durch den Ebenen-Effekt "Multiplizieren" auf die Basis Helligkeit/Dunkelheit, die du den Haaren und der Kleidung hinzufĂŒgst.
- Schritt 12: Ein Lichtstreifen auf den Haaren bringt dem kawaii Manga-Charakter noch mehr Lebendigkeit und Energie. Fertig ist die Zeichnung. :D
Seinen-Stil: Ein Mann in der 3/4-Ansicht
Wenn du einen erwachsenen, ernsthaften Look fĂŒr deine Charaktere suchst, ist der Seinen-Stil dein Ziel. Hier verlassen wir die extremen Vereinfachungen von Chibi oder Shojo und tauchen tief in die reale Anatomie ein.
Bemerke insbesondere die Position der Augen. Bei Chibi waren die Augen recht weit unten im Gesicht, bei Shojo waren die Augen mittig und bei Seinen sind die Augen im oberen Bereich des Gesichtes!.
Lass uns zuammen einen Seinen Mann in 8 Schritten zeichnen:
- Die Konstruktion: Das Kinn ist super dominant, der Kreis der Vorzeichnung verhĂ€ltnismĂ€Ăig klein. Dies sieht schon realistischer nach einem Skelett-Kopf aus oder einem Motorradfahrer mit Helm.
- Die Augen kommen ĂBER die Mittellinie! Dadurch wirkt der Charakter erwachsener und realer. Achte bei der 3/4-Ansicht darauf, dass die hintere Gesichtslinie viel schmaler ist. Somit ist das hintere Auge ebenfalls gestaucht.
- Die Augen sind relativ klein, die Augenbrauen sind breit und ĂŒber den Augen gezogen. Dadurch wirkt der Charakter ernster und stĂ€rker.
- Mit dĂŒnner Linie kannst du die Seite der Nase einzeichnen. Dadurch ist die Nase dominanter und der Charakter realistischer. Der Haaransatz braucht auch nur eine dĂŒnne Linie, die immer wieder unterbrochen sein darf. Sonst sehen die kurzen Haare so angeklebt aus. ;)
- Hals und Nacken sind massiv austrainiert. Orientiere dich beim zeichnen des Halses am Kopf und betone die Halsmuskulatur.
- Das Licht kommt von links, also ist die rechte Seite des Kopfes im Schatten. Der Schatten zeigt die dreidimensionale Form des Charakters, deshalb achte genau auf die Grenzen der Schatten.
- Hier habe ich nur den Haaren einen Dunkelwert gegeben.
- Im letzten Schritt kannst du ein weiteres Schatten-Level hinzufĂŒgen. Dadurch bekommt der Charakter zusĂ€tzliche Tiefe. Auf der Unterseite der Nase, unter dem Kinn, hinter dem Ohr und bei den Augen. Fertig! ^^
Damit dein Manga-Gesicht nicht flach wirkt, ist das Setzen von Licht und Schatten entscheidend. Ich nutze hier oft harte Schattenkanten, um die PlastizitĂ€t zu erhöhen. Wenn du die Grundlagen des Schattierens von Grund auf meistern willst, schau dir meinen Guide [Schatten zeichnen: Grundlagen fĂŒr Manga & Realismus] an.
Character Design: Vielfalt durch verschiedene Kopfformen
Wenn jeder Charakter in deiner Story gleich aussieht, wirkt die Welt schnell flach. Spannende Teams leben von Kontrasten. Der SchlĂŒssel dazu liegt in der Abkehr vom "Standard-Gesicht".
Spiel mit den Grundformen:
- Nutze einfache geometrische Formen wie Kreise, Quader oder Dreiecke als Basis fĂŒr deine Köpfe. Eine breite Kieferpartie (Quader) wirkt oft maskulin und stark, wĂ€hrend eine spitze Kinnlinie (Dreieck) eher Dynamik oder List signalisiert.
- Konstruktion als Orientierung: Methoden wie die Loomis-Methode sind super, aber sie sind kein GefĂ€ngnis. Löse dich regelmĂ€Ăig vom exakten Abmessen.
- Intuition statt Mathematik: Zeichne eine ungewöhnliche Form und lass dich inspirieren: Welcher Charaktertyp könnte dazu passen? Ein dickerer Hals, eine hohe Stirn oder ein fliehendes Kinn?
In meinen Kursen trainieren wir bewusst diesen Blick fĂŒr IndividualitĂ€t. Nur wer lernt, die Regeln der Konstruktion zu biegen, erschafft wirklich einzigartige Manga-Charaktere mit Wiedererkennungswert.
Köpfe im Raum: Die Macht der Perspektive
Manga Köpfe zeichnen in Perspektive - Grundlagen:
Sobald sich ein Charakter neigt oder wir ihn aus einem extremen Winkel betrachten, versagen einfache 2D-Hilfslinien. Um die DreidimensionalitÀt zu verstehen, nutzen wir Robo-Blöcke. Sie helfen dir, das Gesicht nicht als flache Zeichnung, sondern als Objekt im Raum zu begreifen.
Froschperspektive (Blick von unten):
Wenn wir zu einem Charakter aufschauen, wird die Unterseite des Kiefers und der Nase sichtbar. In 4 Schritten siehst du hier das Prinzip: Die Augen und der Mund rutschen innerhalb der Form nach oben, wÀhrend wir die untere FlÀche des "Blocks" deutlich sehen.
Vogelperspektive (Blick von oben):
Schauen wir herab, sehen wir mehr vom Oberkopf. Das Gesicht wandert optisch nach unten. Die AbstĂ€nde zwischen Nase und Kinn wirken verkĂŒrzt. Dieser Blickwinkel eignet sich hervorragend, um Charaktere verletzlich oder nachdenklich wirken zu lassen.

Maxims Tipp: Stell dir die Augen und den Mund wie Aufkleber auf einem Karton vor. Wenn du den Karton kippst, verzerren sich die Formen mit. Wer das Block-Prinzip beherrscht, kann spÀter jeden komplexen Manga-Kopf in jeder beliebigen Pose zeichnen.
Fortgeschritten: Manga MĂ€dchen - Die 3/4-Untersicht von unten
Diese Perspektive ist der ultimative Test fĂŒr dein rĂ€umliches VerstĂ€ndnis. In der Grafik siehst du den gesamten Prozess: Wir starten mit unserem Robo-Kun-Hilfskopf, um die Neigung der FlĂ€chen im Raum festzulegen.
Worauf du in diesem Tutorial achten solltest:
- Die Basis: Der Robo-Block hilft dir zu sehen, wie viel Unterkiefer und Halsansatz sichtbar sind. Beachte wie hoch oben die Augenlinie ist und wie wenig Stirn man sieht.
- Die Verzerrung: Beachte, wie Augen, Nase und Mund der AufwĂ€rtswölbung der Hilfslinien folgen. AbstĂ€nde verkĂŒrzen sich perspektivisch, je weiter sie "oben" liegen.
- Der Kinn-Bereich ist der gröĂte Bereich dieser Perspektive. Schattiere den unteren Bereich des Kiefers, um die Perspektive zu verstĂ€rken und zeichne keinesfalls die Nase und den Mund zu weit unten, sonst machst du die Perspektive kaputt.
Studiere die einzelnen Phasen der Grafik genau â vom ersten "Block-GefĂŒhl" bis zum fertigen, schattierten Manga-MĂ€dchen.
Mimik & Gestik: Charaktere zum Leben erwecken
Ein Gesicht ohne Ausdruck ist nur eine Maske. Erst die Mimik erzĂ€hlt uns, was im Inneren deines Charakters vorgeht. Um ein ĂŒberzeugendes LĂ€cheln zu zeichnen, musst du verstehen, wie sich die Muskeln im Gesicht verĂ€ndern.
Anatomie der Freude:
Wie du im Vergleich (Grafik unten) siehst, verÀndert ein echtes LÀcheln das gesamte Gesicht:
- Mund: Die Mundwinkel wandern nach oben.
- Augen: Das untere Augenlid hebt sich und wölbt sich nach oben, wodurch die Iris leicht verdeckt wird. Die Augen wirken glÀnzender.
- Brauen: Die Augenbrauen entspannen sich oder heben sich leicht an der Innenseite.
Die Macht der Stufen:
Freude hat viele Gesichter â vom schĂŒchternen Grinsen bis zum ekstatischen Jubel. Meine Chibi-Beispiele zeigen, wie du diese Stufen staffelst. Kombiniere Mimik immer mit Gestik! HĂ€nde, die âToll gemacht!â rufen oder die Wangen berĂŒhren, verstĂ€rken die Emotion massiv.
Maxims Tipp: Lege dir eine Sammlung von GesichtsausdrĂŒcken (Expression Sheet) an. Je mehr Nuancen du beherrschst, desto lebendiger wird deine Geschichte. Noch mehr [Mimik-Training und Vorlagen findest du in meiner Manga Zeichenschule].
WĂŒnsche viel kreative Freude! :D
- Maxim
Bereit fĂŒr dein nĂ€chstes Level?
Einzelne Tipps sind gut, aber ein echtes System macht dich zum Profi. In meiner Online-Zeichenschule begleite ich dich Schritt fĂŒr Schritt von den ersten Lines bis zum eigenen Charakter-Design.
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ich weiĂ wie es dir geht! Bei Manga sieht man "Fehler" sehr viel deutlicher, da eine Zeichnung meist aus wenigen Linien besteht. Bei realistischen Zeichnungen kann man oft einfach mehr Details und Schraffuren hinzufĂŒgen. Dann fallen einzelne Bereiche nicht mehr so auf.
Bleib motiviert! :)
Maxim
Was denkst du?