Malen mit Kleinkindern (2 Jahre): Wie dein Kind begeistert mitmacht und du endlich wieder Zeit für deine eigenen schönen Bilder findest

Zweijährige Tochter sitzt auf dem Schoß ihres Vaters und malt eine Giraffen-Skizze mit Wachsmalstiften aus.

Hallo, ich bin Maxim! Ich bin Künstler und mittlerweile Papa einer zweieinhalbjährigen Tochter. Da ich als Selbstständiger nur an speziellen Tagen außer Haus arbeite, bin ich sehr viel zu Hause und mit dem Kind beschäftigt.

In den letzten Monaten hat sich bei uns viel verändert. Meine Frau hat mit dem Stillen aufgehört und unsere Kleine schläft jetzt endlich durch. Das ist ein Segen, führt aber zu einer neuen Dynamik: Meine Frau schläft morgens (eigentlich ganzer Vormittag!! Hoffe sie liest den Beitrag nicht XDD) meistens aus, und ich bin mit dem Kind allein. Eigentlich ist der Vormittag meine beste Zeit – die Zeit, in der ich am liebsten arbeite, nachdenke und Konzepte für meine Kunst entwickle.

Doch mit dem leichten Leben ist es vorbei!! ;D Meine Tochter quasselt mich frühs so voll, dass ich keinen klaren Gedanken mehr fassen kann! Wir sind viel unterwegs, gerade durch unseren Umzug nach Japan leben wir oft im Hotel. Bis wir einen passend Ort gefunden haben, bis wir alles Bürokratische erledigt haben. Da gibt es keinen Fluchtweg in einen anderen Raum. Wenn die Kleine aufwacht, heißt es sofort: „Papa essen! Papa hier! Papa da!“ 

Collage: Zweijähriges Kind zeichnet konzentriert mit Stiften am Tisch im Hotelzimmer und am Tisch im Zug während einer Reise.

Besonders jetzt, wo wir, gezwungener Maßen, einen Monat in Thailand sind (weil Tochter und Frau schon seit 8 Monaten auf ihr Visa in Japan warten!!), schlafen wir bei der Hitze alle nicht so gut. Ich stehe oft mit einem „matschigen“ Kopf auf, habe kaum Kraft und werde sofort mit Infos über Spielzeuge, Vögel und Quasselei ohne Pause bombardiert. 

Worauf ich hinaus will: Frühs werde ich schnell geschlaucht und werde auch mal gereizt. Ich habe aber eine Lösung für mich gefunden und vielleicht hilft es dir auch: Malen mit Kleinkindern (2 Jahre). Es ist mein Rettungsanker geworden, um die Zeit mit ihr zu genießen (zumindest paar Minuten ;DD), ohne das Handy rauszuholen.

Warum Stift und Papier das Handy schlagen

Wir versuchen unsere Tochter möglichst vom Handy abzuhalten, ausser es ist ein grosser Notfall. Ich habe manchmal versucht neben ihr vom Handy abzuzeichnen, doch dann will sie sofort ans Handy. 

Sie fühlt sich ausgeschlossen. Ist dann abgelenkt und kommt nicht zu Ruhe.

Beim Zeichnen auf Papier, ohne das Handy, ist das Gegenteil der Fall. Es ist eine Einladung. Wenn ich zeichne, kommt sie dazu, redet mit, sagt mir, was ich malen soll, und fängt schließlich selbst an. Das hat so viele Vorteile für uns beide.

1. Mein Material-Hack

Falls du jetzt denkst, du brauchst ein schönes Skizzenbuch und teure Stifte: Lass es lieber. Ich bin dazu übergegangen, den billigsten Block und einen einfachen schwarzen Kugelschreiber oder Gelstift zu nehmen. Das ist das einfachste für Unterwegs. Zu Hause habe ich schon etwas teuerere Materialien, aber die nehme ich ungerne mit - man verliert sie oder sie gehen kaputt. Meist vergesse ich das Malzeug auch einfach und kaufe einfach irgendwo am Kiosk was gaaaanz einfaches zum Zeichnen. Meine Tochter nimmt keine Stifte mehr in den Mund, deshalb muss ich da nicht mehr zu sehr auf die Qualität achten. 

Konkrete Zeichenmaterial-Empfehlungen findest du in der FAQ am Ende dieses Beitrags.
  • Keine Angst vor Zerstörung: Meine Tochter will die Seiten selbst umblättern, sie sucht sich ihre Stellen aus und manchmal zerreißt sie dabei auch mal was. Wenn ich da zu viel Druck ausübe („Hör auf! Mach das nicht kaputt! Zeichen doch wo anders!“), verliert sie sofort die Lust. Bei einem günstigen Block ist mir das relativ egal.
  • Der „Leicht-Schreib-Faktor“: Es gibt diese harten Buntstifte und Wachsmalstifte für Kinder, bei denen man drücken muss wie verrückt, um eine Farbe zu sehen. Das demotiviert Kleinkinder sofort. Nutzt Stifte, die schon bei leichtem Aufdruck eine dunkle oder farbige, hauptsache klare Spur hinterlassen. Das hält den Spaßfaktor hoch und ist viel Besser fürs Handgelenk.

Ou!!! Und wir haben in Japan so ein kleines Zeichenbrett (LCD-Tablet) gekauft, das man ganz einfach per Knopfdruck resetten kann. Das ist so praktisch! Wir verlieren es zwar ständig ;_; aber oft verschafft es uns unterwegs wertvolle Minuten. Papier und Stifte sind in Stresssituationen – wie in einer vollen U-Bahn – manchmal etwas unhandlich. Deshalb ist das mein Spezialtipp für alle Reise-Eltern!

Kleinkind sitzt im Kinderwagen in einer U-Bahn und zeichnet auf einem kleinen digitalen LCD-Zeichenbrett.


2. So gewinnst du Zeit für dich

Also, wenn ich am Morgen mit ihr abhänge und merke, dass ich ne Pause brauche. Dann hole ich nen Block oder ein Blatt Papier mit einem Stift. Setze mich neben meine Tochter oder in der Nähe. Und dann fange ich meistens damit an, ihre Spielzeuge zu skizzieren. Das ist wie ein Spiel: Sie erkennt ihre Sachen wieder und will dann sofort selbst den Stift schwingen.

  • Der „Schoß-Trick“: Sie setzt sich zu mir, zeichnet mit, und nach einer Weile kann ich sogar kurz weggehen oder mich meinen eigenen Übungen widmen, während sie ein ganzes Blatt vollkritzelt.
  • Kommunikation: Ich gehe natürlich nicht sofort weg, man muss schon etwas mit ihr Kommunizieren. Während sie malt, erzählt sie mir, was sie da macht – auch wenn es für mich nur Striche sind. In ihrem Kopf entstehen ganze Welten. Ich motiviere sie einfach dabei, ohne sie zu korrigieren oder zu kritisieren.
kugelschreiber skizzen block vater kleinkind pause

3. Kinder und Kunst: Warum sie nicht "Künstler" werden muss (aber Zeichnen trotzdem hilft)

Ich bin Künstler und ich liebe es, ein Künstler zu sein! Aber – und das ist mir wichtig – ich erwarte das absolut nicht von meiner Tochter. Sie kann später machen, was sie will (als ob sie jemals auf mich gehört hätte oder es in Zukunft tun würde, XDD).

Was ich ihr aber mitgeben möchte, ist ein gewisses Level an Zeichenfertigkeit, einfach weil es so viele Vorteile hat. Wer zeichnet, nimmt seine Umwelt viel bewusster wahr. Man lernt, genau hinzuschauen. Außerdem hilft es enorm dabei, eigene Ideen später in visuelle Konzepte zu verwandeln und macht einen feinmotorisch einfach fitter.

Das Beste daran: Ich muss eigentlich gar nichts Besonderes tun, um sie zu fördern. Kinder sind wie kleine Antennen. Wenn sie mich zeichnen sieht, möchte sie es automatisch auch machen. Ich muss einfach nur vor ihr zeichnen, dann lernt sie eine Menge davon ganz von selbst.

Das ist der wahre Schlüssel: Wenn ich selbst nicht zeichne, dann zeichnet sie auch nicht. Selbst wenn ich rufen würde: „JETZT ZEICHNE DOCH MAL!“, würde sie mich wahrscheinlich nur abfällig anschauen und was anderes machen. Aber sobald ich meinen Lieblingsstift in die Hand nehme, weil ich gerade eine Sekunde Ruhe beim Skizzieren haben möchte – dann passiert es: Sie rennt wie von der Tarantel gestochen zu mir (auch wenn sie in einem ganz anderen Zimmer ist und gar nicht wissen kann, was ich gerade mache!), reißt mir den Stift aus der Hand und malt mein Blatt voll! XD

Wer also sein Kind zum Zeichnen bringen möchte, sollte vor allem selbst gerne zum Stift greifen. Natürlich hat jedes Kind andere Talente und Vorlieben, und manche wollen vielleicht einfach nicht. Aber ich habe das Gefühl, dass diese Form der Kreativität in fast jedem Kind ganz natürlich drinsteckt – einfach als Teil einer gesunden Entwicklung, ganz ohne dass sie später mal Profi-Künstler werden müssen.

4. Training für dich: Wie du dich als Elternteil verbesserst

Wenn sie dann so richtig im Tunnel ist und neben mir malt, nutze ich die 20 bis 30 Minuten für meinen eigenen „Kopf-Reset“. Es ist wie eine kleine Meditation und für mich als Profi-Künstler wichtiges Training, um fit zu bleiben. Und um kein matschiges Zombie-Gehirn zu bekommen! XD

  • Einfache Formen, simple Themen: Erwarte kein Öl-Porträt an dem du 10h in Ruhe malen kannst. Nutze die Zeit für einfache Form-Übungen. Ihre Lieblingshelden zu zeichnen oder sie selbst zu skizzieren sind super Übungen!
  • Vorbereitung: Mein Tipp: Schau dir am Abend vorher kurz ein Video an, wie man zum Beispiel ein bestimmtes Tier oder eine Figur zeichnet. Am nächsten Morgen übst du genau dieses Motiv mehrfach ganz entspannt auf dem Papierblock. So lernst du etwas dazu, wirst nicht zum Zombie, hast kein schlechtes Gewissen und dein Kind hat eine sinnvolle Erfahrung.

5. Thema iPad: Fluch oder Segen?

Zweiteilige Collage: Kleinkind zeichnet mit einem Apple Pencil auf einem iPad im Hotelbett und an einem Cafétisch.

Wir haben das neueste iPad (das ich für meine Künstler-Arbeit verwende) und natürlich darf sie da auch mal drauf zeichnen (als hätte ich noch etwas was mir gehört ;D). Die verschiedenen Pinsel und Farben sind für Kinder extrem spannend. Neue IPads sind technisch so brilliant, dass es sich fast so gut anfühlt wie auf echtem Papier zu zeichnen. Besonders wenn man eine spezielle Paperlike-Folie drauf klebt. Das ist super und tausendmal besser, als sie nur passiv vor einen Film zu setzen.

Aber: Ich nutze es vorsichtig. Ein Kind braucht für die Feinmotorik das Gefühl von echten Stiften, verschiedenen Winkeln und echtem Papierwiderstand. Deshalb nutze ich das IPad spärlich und versuche vor ihr traditionell zu zeichnen.

6. Akzeptanz: Dein Bild (und alles andere auch) gehört euch beiden

Ein wichtiger Punkt: Sei nicht zimperlich mit deinen eigenen Zeichnungen. Besonders im Alter von ein bis zweieinhalb Jahren lieben es Kinder, über Papas Bilder drüberzumalen. Meine Tochter hat fast alle Gesichter, die ich gezeichnet habe, bis zur Unkenntlichkeit „ausgemalt“. XD

„Keine Angst vor Fehlern: Wenn meine Tochter meine Zeichnungen 'optimiert', ist das für mich die beste Übung in Gelassenheit.“ XD

vater kind gemeinsam zeichnen zeichentisch profi skizzen

Ein weißes Blatt ist für viele Kinder (und Erwachsene) einschüchternd. Wenn du aber etwas vorzeichnest, gibst du ihr ein Ziel. Sie übt das Ausmalen und Mitzeichnen. Betrachte deine Skizzen in diesem Moment einfach als Übung, als eine Inspirations fürs Kind. Aufwändige Kunstwerke, die du in einer Gallerie für viel Geld verkaufst, solltest du eher ohne das Kind machen XD Wobei! Vielleicht ist das Gekritzel vom Kind gerade das Besondere und lässt dich als KünstlerIN durchstarten?!? XD

Fazit:

Zweijähriges Kind zeichnet mit Malstiften an einem Restauranttisch, während die Familie am Tisch zuschaut.

Das Malen mit Kleinkindern (2 Jahre) hat mir geholfen, die stressigen Vormittage (zu einem Teil) zu meistern. Es gibt mir den Freiraum, den ich als Künstler brauche, und gibt ihr die Aufmerksamkeit, die sie als Kind fordert.

Möchtest du auch effektiver zeichnen lernen, während dein Kind neben dir spielt?

Ich habe einen Zeichenkurs mit kurzen Videos entwickelt, in dem ich dir zeige, wie du dir Formen von Tieren, Gesichtern oder Manga-Figuren so merkst, dass du sie jederzeit locker aufs Papier bringst.

Schau doch mal rein und gönn dir diesen kreativen Reset am Morgen!

Hier gehts zum Zeichenkurs für Eltern mit Kleinkindern ->

Häufig gestellte Fragen zum Malen mit Kleinkindern (2 Jahre)

  • Welche Stifte eignen sich am besten für 2-Jährige?
    Am besten sind weiche Gelstifte oder dicke Wachsmalstifte, die schon bei wenig Druck Farbe abgeben. Das verhindert Frust beim Kind.
  • Wie lange konzentrieren sich Kinder beim Zeichnen?
    In diesem Alter sind 10 bis 20 Minuten ein Riesenerfolg. Wenn du gemeinsam startest, bleibt das Kind oft länger dabei.
  • Ist das iPad schädlich für die Kreativität?
    Nein, aber es sollte eine Ergänzung sein. Echtes Papier schult die Feinmotorik und Hand-Auge-Koordination direkter als ein glattes Display.

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